Programm

 

Philosophie - Religion

Philosophie - Religion

Wagners Erlösungswerk

Philosophische, theologische (und antisemitische?) Motive im "Parsifal"

In seinem letzten Werk, dem von ihm selbst als Bühnenweihfestspiel bezeichneten „Parsifal“, setzt Wagner eine Handlung in Drama und Musik, die in Wort und Klang deutliche Bezugnahmen zu den Passionsgeschichten der Evangelien und deren anamnetischem (erinnerndem) Nachvollzug in der Abendmahlsfeier und Messliturgie aufweist. Er versieht sie allerdings in künstlerisch-kreativer Freiheit mit einer Sinngebung, die mit dem christlich-kirchlichen Selbstverständnis in einem vielschichtigen Spannungsverhältnis steht. Dementsprechend verlaufen die Interpretationen dieses rätselhaften Spätwerks kontrovers: Überschreibt Wagner hier suggestiv die christlichen Konzepte von Mitleid und Erlösung mit ihrer gott-losen Fassung aus der Willens-Philosophie Arthur Schopenhauers? Und impliziert die damit einhergehende Rückbindung der Erlösergestalt an hinduistisch-buddhistische Traditionen eine bewusste Abkehr von den jüdischen Wurzeln des Christentums und damit des Abendlandes? Ist das von Nietzsche als „Geniestreich der Verführung“ bezeichnete religiöse Testament des genial-megalomanen Bayreuther Meisters vielleicht sogar eine ,schwarze Messe‘, in der Wagner als Prophet einer antichristlichen Gegenreligion – nach Art des teuflischen Schwarzmagiers Klingsor aus dem 2. Akt des Werkes – durch den Zaubergarten seiner Musik die abendländische Kultur von Jerusalem weg in Richtung Auschwitz führen will?

 

No. 19066

15.11.2019 bis 17.11.2019

Beginn 17.00 Uhr
Ende ca. 12.30 Uhr

Preis:

inkl. 2x Vollpension DZ 236,00 € / EZ 266,00 € ohne Zimmer 170,00 €

Referent

Prof. Dr. Martin Thurner
Professor für Christliche Philosophie am Martin-Grabmann-Forschungsinstitut der Ludwig-Maximilians-Universität München