Programm

 

Geschichte

Geschichte

Das Meer in der Kammer. Maritime Themen und Materialien in Kunstkammern der Frühen Neuzeit

1. Philipp-Hainhofer-Kolloquium

Der Augsburger Patrizier Philipp Hainhofer ist einer der prominentesten Akteure im Spannungsfeld von Kunst, Politik und Diplomatie in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts nördlich der Alpen. Augsburg war damals eine der führenden europäischen Wirtschafts- und Kunstmetropolen. Hainhofer wurde von Fürsten und Gesandten als Vermittler und Kunstagent in Anspruch genommen. Die Künstler seiner Heimatstadt versorgte er mit so vielseitigen Aufträgen, dass er als „Vater der Augsburger Künstler“ galt. Seine Reiseberichte sind eine der wertvollsten Quellen der Politik- und Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts.

Ausgehend von dem Kunsthändler Philipp Hainhofer und seiner Zeit greifen die Kolloquien Themen auf, die sowohl die ganze Vormoderne abdecken, als auch eine thematische Weiterführung in die Gegenwart erlauben. Den Rahmen bildet das Langzeitprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Kommentierte digitale Edition der Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578–1647)“.

Die Philipp-Hainhofer Kolloquien sind ein Kooperationsprojekt der Schwabenakademie Irsee mit Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke, Leiter der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte (TAK). Professor Tacke vertritt dabei das Hainhofer-Langzeitprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, welches er zusammen leitet mit Prof. Dr. Peter Burschel, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel: Forschungs- und Studienstätte für europäische Kulturgeschichte (HAB).

 

Die nach einer Idee von Robert Bauernfeind (Universität Augsburg) konzipierte Tagung hat sich zum Ziel gesetzt, die Kunstkammern als eine Sammlungsform der Frühen Neuzeit zu untersuchen. Ihr charakteristischer Aufbau bestand im Nebeneinander von Kunstwerken (artificialia) und Naturobjekten (naturalia) und zielte im Idealfall auf eine universelle Repräsentation der Schöpfung ab (der Makrokosmos im Mikrokosmos bzw. die Welt in der Kammer). Die Tagung will beleuchten, in welcher Weise das Meer in derartigen Sammlungen repräsentiert wurde: Einerseits stammten viele Materialien typischer Kunstkammerstücke wie Korallen und Nautilus-Gehäuse aus dem Meer, andererseits konnte das Meer auch ikonographisch, etwa personifiziert durch mythologische Figuren, im Sammlungsgefüge dargestellt werden. Die Tagung reagiert damit sowohl auf das gestiegene Interesse am Meer als Thema der Geschichtswissenschaften als auch auf aktuelle methodische Fragen zur Materialität als einem Schwerpunkt kulturwissenschaftlicher Forschung.
Philipp Hainhofers Auseinandersetzung mit maritimen Objekten in Kunstkammern erörtern mehrere Referate: Im Eröffnungsvortrag spricht Prof. Dr. Ulinka Rublack (Cambridge) über „Hainhofer und das Meer“, Dr. Michael Wenzel (Wolfenbüttel) stellt besonders Hainhofers Besuche in der Münchner Kunstkammer vor und Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke (Trier) behandelt den von Hainhofer geschätzten Augsburger Maler Hans Rottenhammer.

No. 21024

26.03.2021 bis 28.03.2021

Beginn 17.00 Uhr
Ende ca. 12.30 Uhr

Preis:

inkl. 2x Vollpension DZ 233,00 € / EZ 273,00 € ohne Zimmer: Teilnahmegebühr 40 €, Mittagessen 20 €, Abendessen 15 €

Leitung


Dr. Markwart Herzog, Irsee
Dr. Sylvia Heudecker, Irsee
Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke, Trier
Dr. Michael Wenzel, Wolfenbüttel
in Kooperation mit Dr. Robert Bauernfeind, Augsburg

Gefördert von dem DFG-Langzeitvorhaben „Kommentierte digitale Edition der Reise- und Sammlungsbeschreibungen Philipp Hainhofers (1578–1647)“ und dem Bezirk Schwaben sowie der Schwabenakademie Irsee und der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte (TAK).