Programm

 

Kunst - Literatur - Musik

Kunst - Literatur - Musik

Die literarische Münchner Moderne 1886–1914

Die „Prinzregentenzeit“ unter dem Patriarchen Luitpold wurde für Bayern eine Ära des Friedens, der Sicherheit, des relativen Wohlstands, des Aufschwungs von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Die sprichwörtliche „liberalitas bavarica“ ließ speziell in der aufstrebenden königlichen Residenzstadt München die Künste gedeihen. Im Gegensatz zu den beiden imperialen Machtzentren und Industriemetropolen Berlin und Wien identifizierte sich München als „Kunststadt“. „München leuchtete“, pries der „zuagroaste“ Thomas Mann seine Wahlheimat, und der feierfreudige Karl Wolfskehl schrieb hymnisch: „Es gab durch das ganze Jahrhundert und darüber hinaus neben Paris nur noch eine Geisteshauptstadt mit nach allen Seiten offenen Toren, alles aufnehmend, allverstehend und allbildend und in seinem kleineren Ausmaß ebenso wichtig: München und noch einmal München.“ Kein Wunder, dass hier die Literatur aufblühte: Mit „Jugend“ und „Simplicissimus“ entstanden Zeitschriften, die ein neues Lebensgefühl verkörperten. Schwabing („Wahnmoching“) wandelte sich vom Bauerndorf zum Bohème-Viertel, das Kabarett wurde ein Podium kritischer Kleinkunst, Literatencafés und Bierkneipen waren Treffpunkte von Dichterfürsten und abgerissenen Bohemiens, Volksschriftsteller füllten populäre Themen mit neuem künstlerischen Gehalt … Bürgerliche und Adlige, Konservative und Umstürzler, Alteingesessene und Zugereiste, Dandys und Décadents, Sozialisten und Anarchisten ? sie alle fühlten sich in dieser großen Menagerie München wohl.

Hinweis: Literarische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Es werden Textblätter gestellt.

No. 21035

16.04.2021 bis 18.04.2021

Beginn 17.00 Uhr
Ende ca. 12.30 Uhr

Preis:

inkl. 2x Vollpension DZ 258,00 € / EZ 298,00 € ohne Zimmer 192,00 €

Referent


Dr. Armin Strohmeyr
Schriftsteller, Germanist, Buch- und Hörfunkautor, Berlin
www.armin-strohmeyr.de