Programm

 

Geschichte

Geschichte

Klöster, Kultur und Kunst in Spätmittelalter und Früher Neuzeit

Eine Leistungsbilanz zur Sakrallandschaft im deutschen Südwesten

Mediatisierung und Säkularisation zerstörten zu Beginn des 19. Jahrhunderts im deutschen Südwesten eine bereits im Spätmittelalter ausgeprägte, ordensübergreifende Kulturlandschaft. In den häufig reichsunmittelbaren, prosperierenden Klöstern und Stiften entfaltete sich ein reiches kulturelles Leben. Dazu zählten zunächst die Kirchen-, Turm- und Konventsbauten als territoriale, materielle Kennzeichen, aber auch die Ämter- und inkorporierten Pfarrstrukturen, ferner die Teich-, Acker-, Feld-, Vieh- und Waldwirtschaft, nicht zuletzt Prozessionen, Wallfahrtszeremoniell und andere Manifestationen der Sakralkultur. Mindestens ebenso bedeutend waren die immateriellen Kulturleistungen. Hinter Klostermauern, und weit über diese hinaus wirkend, wurde eine vielfältig ausdifferenzierte Gelehrsamkeit gepflegt, hier entstanden die von Zeitgenossen und Reisenden gerühmten Bibliotheken, Archive und naturwissenschaftlichen Sammlungen. Man spielte Theater, richtete Schulen, Skriptorien und Universitäten ein, bezahlte Maler und Stuckateure, beobachtete die Sterne, notierte Wetteränderungen und Klimakapriolen oder führte Tagebuch über alles „Merkwürdige“ und Wissenswerte. Ein besonderes Augenmerk will die Tagung auf das Schul- und Theaterwesen werfen und auf die Folgen des Verlustes dieser und anderer klösterlicher Kulturleistungen im 19. und 20. Jahrhundert. Die Forschung spricht hier von einer Provinzialisierung der ländlichen Gewerbe- und Kulturlandschaft.

No. 19019

28.03.2019 bis 29.03.2019

Beginn 10.00 Uhr
Ende ca. 17.00 Uhr

Preis:

inkl. 1x Vollpension und ein Mittagessen DZ 169,00 € / EZ 184,00 € ohne Zimmer, reine Tagungsgebühr 70,00 €

Leitung

Dr. Peter Fassl
Heimatpfleger des Bezirks Schwaben

Prof. Dr. Wolfgang Wüst
Professor für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg