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Konzerte - Abendvorträge

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Gleichheit und Verschiedenheit im Prozess der Emanzipation

Gleichheit und Verschiedenheit strukturieren die Frauenemanzipation. Beide Kategorien sind immer gleichzeitig am Werk, aber der Schwerpunkt ändert sich. Heute ist die Mischung der Geschlechter im öffentlichen Raum, in Berufen und Funktionen bemerkenswert. Frauen gehen zum Militär, Männer nehmen Elternzeit, weibliche Chefs werden immer selbstverständlicher, die männliche Akzeptanz dieser Art Frauenpower wächst. Trotzdem gibt es Bruchlinien. Denn die Befreiung der Frau bedeutet nicht nur, dass die Frauen alle ehemals männlichen Domänen betreten können. Sie bedeutet auch, dass gewachsene Strukturen und Verhaltensweisen in nahezu sämtlichen gesellschaftlichen Bereichen bis hinein in die Sprache sich verändern. Daraus resultieren große Verwirrung und Verunsicherung. Die Frage ist, ob die Unterschiede zwischen den Geschlechtern verschwinden, wenn die Gleichheit siegt. Gleichheit als politisches Postulat ist unverzichtbar, aber absolute Symmetrie scheint weder möglich noch wünschenswert. Es ist verzwickt: Sowohl die Fortschrittlichen als auch die Ewiggestrigen wiederholen seit Jahren dieselben Argumente, Merksätze und Klagelieder – einfach weil sie sich scheuen, die Konsequenzen der Emanzipation differenziert zu betrachten.

No. -

29.06.2018

Beginn 20.00 Uhr
Ende ca. 21.30 Uhr

Preis:

Eintritt 5,00 €

Referentin

Barbara Sichtermann
Schauspielerin, preisgekrönte Publizistin und Schriftstellerin, undogmatische Intellektuelle der 68er-Generation und der Frauenbewegung, Berlin