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Philosophie - Religion

Philosophie - Religion

Sterben, Tod und Jenseitsglaube XIII

Tier-Tod: Bestattungen, Friedhöfe und Grabmale für Tiere

Die rituelle Bestattung von Tieren, die Anlage dauerhafter Gräber und die Setzung von Grabmalen für Tiere reicht weit in die Menschheitsgeschichte zurück. Aufs Ganze betrachtet ist die Tierbeisetzung jedoch eine Marginalie in der Kulturgeschichte des Todes, die bei weitem nicht in dem Maß wissenschaftliche Aufmerksamkeit erregt hat wie andere Themen der Bestattungskultur. Aufgrund des tiefgreifenden Wandels im Verhältnis zwischen Mensch und Tier hat das Thema im 20. Jahrhundert jedoch neue Aktualität erhalten. Die in der traditionellen Bestattungskultur klar gezogenen Grenzen zwischen Human- und Tierbestattung werden durchlässig. Schon heute treten kommunale Friedhöfe nicht genutzte Flächen für die Beisetzung von Tieren ab. Auch die gemeinsame Bestattung in einem Grab mit dem verstorbenen tierischen Lebensgefährten bietet eine mögliche Perspektive für die Nutzung öffentlicher Friedhöfe, die mit dramatisch wachsenden Brachflächen zu kämpfen haben.
Die 13. Konferenz der Reihe „Sterben, Tod und Jenseitsglaube“ will das Thema nicht als isoliertes Phänomen erörtern, sondern in seinen vielfältigen Bezügen einerseits zur Beisetzung von Menschen, andererseits zum Wandel der Bestattungskultur im 21. Jahrhundert.

Freitag, 23. Mai 2014

17.00 Uhr
Begrüßung
Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee

KULTURHISTORISCHE PERSPEKTIVEN

17.30 Uhr
Menschen und Haustiere in Japan: Zur Bedeutung des Beziehungsgeflechts für Tierbestattungen
Pia Schmitt, Goethe-Universität Frankfurt am Main

18.30 Uhr Abendessen

20.00 Uhr
Öffentlicher Abendvortrag:
Das Paradies für Menschen und für Tiere? Religiöse Bilder auf virtuellen Tierfriedhöfen
Hubertus Lutterbach, Universität Duisburg-Essen

Samstag, 24. Mai 2014 

9.00 Uhr
Tierbestattungen als Gradmesser der Mensch-Tier-Beziehung: Kulturhistorischer Rückblick
Ulrike Neurath, Museum für Sepulkralkultur, Kassel

GRÄBER UND GRABSTEINE 

10.00 Uhr
Tiere als Projektionsfläche: Symbolik und Fotografie auf Tierfriedhöfen
Matthias Meitzler, Goethe-Universität Frankfurt am Main

11.00 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr
Tierdarstellungen auf Menschengräbern: Zur parasozialen Verbindung menschlicher und tierischer Bestattungsformen
Thorsten Benkel, Universität Passau 

12.30 Uhr Mittagessen 

14.00 Uhr
Klosterführung mit Besuch der „Euthanasie“-Gedenkstätten
Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee

15.30 Uhr
„In loving memory …“ – Postmortemfotografien von Tieren
Birgit Lettmann, Humboldt-Universität zu Berlin 

16.30 Uhr Kaffeepause 

17.00 Uhr
Handlungsmaximen für die Bestattungsbranche: Der Paradigmenwechsel in der Wahrnehmung des Tiers vom Nutztier zum Heimtier
Oliver Wirthmann, Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V., Düsseldorf

18.00 Uhr Abendessen gemütliches Beisammensein im Stiftskeller

Sonntag, 25. Mai 2014 

HISTORISCHE SONDERFÄLLE

9.00 Uhr
Trauerschmerz und Scherzverse: Tiermemoriale in der italienischen Frühen Neuzeit
Fabian Jonietz, Kunsthistorisches Institut (MPG), Florenz

10.00 Uhr
„They had no choice“ – eine Londoner Gedenkstätte für Tiere im Krieg
Amina Grunewald, Humboldt-Universität zu Berlin

11.00 Uhr Kaffeepause

11.30 Uhr
Fotografischer Streifzug durch den „Cimetière des Chiens“ in Asnières-sur-Seine
Markwart Herzog, Schwabenakademie Irsee

12.30 Uhr Mittagessen, Tagungsende, Abreise

– Kleine Änderungen im Tagungsablauf vorbehalten –

 



No. 14040

23.05.2014 bis 25.05.2014

Beginn 17.00 Uhr
Ende ca. 12.30 Uhr

Preis:

DZ 220,00 € / EZ 244,00 € Tagungsgebühr Gesamtpauschale 30,– € (ohne Unterkunft und Verpflegung). Mittagessen 17,50€ / Abendessen 15,– € (nur nach vorheriger Anmeldung).

Leitung:

Dr. Markwart Herzog
Religionsphilosoph, Sport- und Kulturhistoriker, Direktor der Schwabenakademie Irsee.

Anmeldung wurde geschlossen.