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Donnerstag, 12.04.2012

Sezieren – Vernichten

Zur Geschichte und Praxis des Sezierens und seines Missbrauchs in der NS-Medizin (Symposion)

Irsee (pm). Mit der Eröffnung des Schwäbischen Bildungszentrums in den restaurierten Räumen des ehemaligen Reichsstiftes Irsee begann auch eine neue Phase der Aufarbeitung der Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt, die bis 1972 in der Klosteranlage betrieben worden war. Das Mahnmal des Allgäuer Künstlers Martin Wank und der zu einem Gedenkhain umgestaltete ehemalige Anstaltsfriedhof waren erste Orte der Mahnung und des Gedenkens an die Opfer der Euthanasieaktionen der Nazis. 1996 wurde mit der Wiedereröffnung des vor dem Verfall geretteten Prosekturgebäudes ein weiterer Ort der Besinnung und des Gedenkens erschlossen, der bis dahin in Vergessenheit geraten war.

Durch die Aufmerksamkeit eines Mitarbeiters des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren konnten in der Zeit zwischen 1972 und 1981 wichtige medizinische Gerätschaften des Sezierraums sichergestellt werden. Durch die Kulturstiftung Irsee kann dieses Sezierbesteck wieder an den ursprünglichen Ort zurückgegeben werden.

Aus diesem Anlass wird in einem Symposion klargestellt, dass nicht die Praxis des Sezierens an sich, sondern deren Missbrauch durch die NS-Medizin Gegenstand unseres Erschreckens und mahnenden Gedenkens ist.

Referenten
Prof. Dr. Reinhard Bassermann
, Facharzt für Pathologie; Gründung und Aufbau des Pathologischen Instituts Kaufbeuren.
Prof. Dr. med. Michael von Cranach
, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie; ehem. Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren.
Erich Resch
, Verwaltungsleiter des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren von 1980 bis 2000.

Ort: Schwäbisches Bildungszentrum Irsee, erster Stock, Tagungsraum 126

Zeit: Freitag, 4. Mai 2012, 16.00 – ca. 19.00 Uhr

Veranstalter: Schwabenakademie Irsee und Kulturstiftung Irsee

Eintritt: frei 

Dr. Markwart Herzog, Direktor
markwart.herzog@schwabenakademie.de

Dateien:
Sezierbesteck-Irsee.jpg727 K